Die Kirche Prester

Geschichte des Restaurants

Herrentag-Kirche-Prester-029Das Restaurant “Die Kirche” in Prester ist die ehemalige St. Immanuelkirche. Sie wurde 1832 anstelle der baufällig gewordenen mittelalterlichen Kirche nach Plänen der preußischen Baudeputation Berlin unter Mitwirkung von Karl Friedrich Schinkel errichtet. Es entstand ein neugotischer Bau mit einschiffiger Halle, die im Osten mit einem schmaleren mehrseitigen Altarraum abschließt und der im Westen ein Turm mit quadratischem Grundriss angefügt ist. Der Turm wurde dabei denen des Magdeburger Doms nachempfunden.

Als Baumaterial wurden Bruchsteine aus dem Plötzkyer Steinbruch verwendet. Der Turm besitzt ein achteckiges Glockengeschoss, dem ein massiv gemauerter mit Krabben besetzter Spitzhelm aufgesetzt wurde. Wann genau die Prester Kirche erbaut wurde, bleibt wahrscheinlich immer ein Geheimnis, denn das genaue Erbauungsjahr wurde nicht überliefert. Die Kapelle in Prester bildete einen Teil des jetzigen Pfarramtes, woraus später die Kirche entstand, was auch seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar ist.

1829 genehmigte das Ministerium in Berlin einen Neubau der längst baufälligen Kirche und gab einen Zuschuss in Höhe von 1793 Taler, 21 Silbergroschen und 10 Pfennig. Nunmehr erstrahlte die Kirche in neuem Glanz. Während des 1. Weltkrieges im Juli 1917 wurde die Gemeinde Prester aufgefordert, die größere Glocke abzuliefern. Am 11.07.1917 gab es hierzu einen Abschiedsgottesdienst, wobei die Glocke noch die 8. Stunde schlagen durfte und dann im Glockenturm zertrümmert und nach Apolda geschafft wurde. Die 21 Orgelpfeifen fielen dem Krieg zum Opfer und wurden im April 1917 demontiert. Das Gotteshaus blieb vom Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges weitestgehend verschont. Am 2. Juni 1957 wurde es anlässlich seiner 125-Jahrfeier in “St. Immanuel-Kirche” umbenannt. Seit 1983 wurde “St. Immanuel” nicht mehr zu kirchlichen Zwecken genutzt.

1997 wurde sie – nach längerem Leerstand und drohendem Verfall – zu dem ausgebaut, was sie heute ist, nämlich einer gelungenen Verknüpfung von Architektur, Kunst, Kirche und Gastronomie – so, wie sie sich Ihnen heute präsentiert. In den 80-iger Jahren wurde sie entweiht und bis 1990 vom evangelischen Kirchenkreis Magdeburg zum Bauhof umfunktioniert. 1997 wurde die Kirche verkauft und seitdem als Restaurant genutzt. Im Jahre 2007 wurden die verbliebenen beiden Glocken demontiert und in einer kleinen Zeremonie der Sankt-Briccius-Kirche in Magdeburg-Cracau übergeben.

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